Erste Eindrücke, Erlebnisse

DSC_1786

Hier kommt mein erster Blogeintrag! Es hat leider etwas gedauert, weil ich noch sehr viel um die Ohren hatte.

Es war oft ein Gesprächsthema und es wurde viel geplant für die 10 Monate Madrid und jetzt sind sie da! Ich bin da. Es wirkt jetzt, nach etwa zwei Wochen, immernoch sehr irreal und es wird wahrscheinlich noch etwas dauern bis ich realisiere, dass ich nicht im Urlaub bin.

Meine ersten Eindrücke von Madrid lassen sich in wenige Worte fassen: riesig, laut und schnell!

Schon der Flughafen war gefühlt größer als Wettesingen!

Dafür gab es aber super liebe Menschen, die mir den Weg gewiesen haben, wordurch ich mein neues Zuhause ganz leicht gefunden habe.

Die Wohnung befindet sich im 5. Stock eines Mehrfamilienhauses, in dem mindestens 50 Parteien wohnen. Unser Briefkasten ist einer unter sehr vielen im Flur und man trifft täglich neue, unbekannte Gesichter!

Das Haus ist vermutlich seit den 80ern nicht mehr renoviert worden, weshalb der Fahrstuhl, der prinzipiell super für Bewohner im 5. Stock ist, ein mulmiges Gefühl im Bauch auslöst. Man entscheidet sich doch des Öfteren für die Treppe.

Die Wohnung selbst ist in einem ähnlichen Zustand wie das Haus aber man soll ja nicht meckern. Meine Mitbewohnerin Frieda (auch meine Mitfreiwillige) und ich haben in den ersten Tagen schnell die Lage zu schätzen gelernt. Wir wohnen 5 Minuten von der Gran Via entfernt und können eigentlich alles, was im Zentrum liegt, leicht zu Fuß erreichen.

Das Hauptverkehsmittel in Madrid ist aber die Metro!  Mit dieser fahre ich jeden Tag mindestens eine Stunde, da sich die Kinderstube in der Nähe des Stadions Santiago Bernabéu befindet.

Die hierfür notwendige Metrokarte zu beantragen war ein Akt für sich aber ich bin seit gestern stolzer Besitzer eines solchen Teils!

In der Metro habe ich das Gefühl, dass sich alle dort vergleichen, hauptsächlich auf Kleidung bezogen. Diese hat scheinbar einen grossen Stellenwert in der spanischen Gesellschaft.

Ich steige morgens meistens mit Kapuzenpulli, Jeans und einfachen Turnschuhen in die Metro und sehe kaum jemanden, der gekleidet ist wie ich. Selbst die Mädchen in meinem Alter sind ziemlich rausgeputzt.

Dieses Phänomen wird auch besonders bei den Kinder in der Kinderstube deutlich. Schon in den ersten Tagen dort fiel mir auf, dass eigentlich alle von ihnen sehr teure und oftmals die gleiche Markenkleidung anhaben.

Ich finde es etwas übertrieben, dass die Kinder mit solcher Kleidung in den Kindergarten gehen. Nach dem Tag sind sie meist voller Dreck und Essensresten. Ausserdem wachsen sie ja auch ständig. Meiner Meinung nach ist das rausgeschmissenes Geld. Ein Tshirt von H&M oder ähnlichen Läden tut es da eigentlich auch.

Aber auch die Eltern, die sie bringen oder abholen, kommen immer sehr zurechtgemacht. Teilweise kommen sie sogar im Anzug oder mit High Heels.

Ich denke, dass das zum einen die spanische Art ist, viel Wert auf das Erscheinungsbild zu legen aber zum anderen auch, dass es sich bei den Familien in der Kinderstube um deutlich besser verdienende Familien handelt.

Der Kindergarten an sich gefällt mir ganz gut! Er liegt in einem schöneren Viertel und ist auch in einem relativ alten Gebäude untergebracht.

Die Erzieher sind alle noch verhältnismäßig jung und auch sehr offen. Ausser Frieda habe ich noch eine weitere Mitfreiwillige. Wir drei wurden dann am Anfang direkt in Gruppen aufgeteilt und seitdem bin ich in der Schneckengruppe bei einer wirklich netten und kompetenten Erzieherin namens „Corny“ (eigentlich Cornelia). Sie hat mich direkt eingebunden und mich auch immer wieder gefragt, ob alles gut ist und ich irgendwelche Fragen habe.

Das finde ich sehr positiv!

Aber ich muss sagen, dass bis 16.30 oder 17.00 Uhr mit kleinen Kindern zu arbeiten sehr anstrengend ist und man eigentlich nicht mehr viel vom Tag hat. Das stört mich ein wenig aber alle dort sagen, dass es bald besser wird, wenn sich die Kinder an den Kindergartenalltag gewöhnt haben. Momentan schreien sie noch viel und wollen zurück zu Mama.

Um meinen ersten noch sehr unsortierten Eintrag zu beenden, noch kurz ein paar Worte zu Madrid und dem was ich schon gesehen habe:

Madrid hat wirklich viel zu bieten und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es schaffe alles zu sehen, was ich gerne möchte!

Ich war bis jetzt schon in vielen Parks in der Nähe, wo abends (auch unter der Woche) wirklich viel los ist und bin auch mit einer Seilbahn gefahren, die in einem Park hier um die Ecke startet und dann bis ausserhalb von Madrid fährt. Von dort hat man einen wirklich guten Blick auf das riesige Madrid!

Zudem war ich abends noch auf einer Dachterasse, von wo man auch einen wirklich schönen Blick hat.

Und ich war zwei Mal abends unterwegs. Das eine Mal in Bars und das andere Mal in einem Club und ich muss sagen, dass das Nachtleben hier auf keinen Fall mit dem deutschen verglichen werden kann. Hier ist alles viel lebendiger und offener. Die Leute an sich aber auch die Stimmung ist eine ganz andere. Wir würden uns total unwohl fühlen, wenn wir in einer Bar wären, die so voll ist dass man seine eigenen Füße kaum sehen kann. Die Spanier finden das toll und haben damit garkein Problem! Zudem sind sie sehr kontaktfreudig, was mich echt verblüfft hat.

Die Spanier gehen meistens nach dem Feiern noch in bestimmte Schokoladencafés. Das Berühmteste ist die Chocolateria San Ginés.

Normalerweise endet das Nachtleben in Madrid zwischen 5-7 Uhr aber ich war um 12 dort, wo es noch sehr leer war.

Dort kann man für 3,80 € eine Portion Schokolade und Churros (frittiertes Teiggebäck) essen, welche zwar eine wirkliche Kalorienbombe sind aber unglaublich lecker schmecken und ein gutes Katerfrühstück nach einer durchtanzten Nacht sein können.

Ausserdem haben Frieda und ich an der Puerta del Sol unseren Beitrag zu einer Demo geleistet, bei der es vermutlich um Frieden auf der Welt ging (wir haben den Mann nicht ganz verstanden), indem wir auf einem Plakat „Frieden“ und „Liebe“ hinzugefügt haben.

Das war ein sehr lustiger Abend, weil wir ohne irgendein Ziel durch Madrids Innenstadt gelaufen sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich noch nicht sehr viel gesehen aber schon einen kleinen Überlick bekommen habe, was ich noch alles sehen und erleben möchte.

Ich halte euch auf dem Laufenden

!Hasta pronto!

DSC_1446

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s