Valencia – die Stadt am Meer

Endlich finde ich etwas Zeit zu schreiben.

Valencia ist eine der Städte, in die die  Madrilenen fahren, wenn es ihnen in Madrid zu warm wird. Das ist aber meistens erst im August der Fall.

Ich war, etwas unüblich, jetzt im Mai in Valencia. Mit meiner Mitbewohnerin und gleichzeitig auch Mitfreiwilligen, habe ich mich morgens auf den Weg gemacht. Am Atocha-Bahnhof dachten wir jedoch für kurze Zeit, dass die Reise ins Wasser fällt und schlechte Laune machte sich breit.

Das Problem war unser Onlineticket der Renfe (Bahn), wo weder angegeben wurde, wann der Zug fährt, noch, dass man umsteigen muss, um nach Valencia zu kommen. Das erfuhren wir  erst von dem Bahnhofspersonal.

Wir hatten extra das billige Ticket genommen, mussten dafür aber mit dem Regionalzug fahren, der etwa 6 Stunden brauchte.

Dafür haben wir den Sonnenaufgang und später tolle Landschaften sehen können.

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Unser Hostel war überraschend modern, das Personal sehr freundlich und die Lage war perfekt.

Ich habe viele Eindrücke von Valencia gewonnen und muss sagen, dass es mir dort fast schon besser gefallen hat, als in Madrid!

Es herrscht eine ganz andere Atmosphere dort. Viel ruhiger und gelassener. Das kann natürlich daran liegen, dass es eine Hafenstadt ist.

Valencia hat viele moderne Gebäude wie zb. la Ciudad de las Artes y las Ciencias

DSC_1037 aber auch viele ältere Viertel, in denen einem viel Streetart begegnet, was ich persönlich sehr interessant und oft schön finde. Ein paar Wände habe ich festgehalten:

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Außerdem haben wir eine Fahrradtour durch Valencia gemacht und festgestellt, wie sehr uns das Fahrrad fahren in Madrid fehlt (hier ist es einfach zu gefährlich) und haben an einem Abend zusammen mit zwei Österreicherinnen, einem Engländer und einem Amerikaner die typisch valencianische Paella gegessen. Super lecker und ein interessanter Abend!

Und natürlich haben wir die Zeit am Strand genoßen…

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In den ersten zwei Tagen waren wir öfters etwas verwirrt, weil vieles dort nicht in erster Linie auf spanisch sondern auf valencianisch ausgeschildert war. Das ist ziemlich ähnlich zum Katalan aber unterscheidet sich in manchen Wörter auch komplett.

Valencia war Erholung pur und ein wirklich schönes verlängertes Wochenende

Auf meinen Reisen hier in Spanien ist mir klar geworden, dass Spanien nicht gleich Spanien ist. Madrid, Granada, Valencia und auch zb. Barcelona unterscheiden sich sehr bezogen auf Kultur, Menschen und auch Sprache.

 

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Liebe Grüße

un beso

 

 

 

Gran Canaria – kurzer aber schöner Urlaub

Wie der Titel schon aussagt, bin ich für ein paar Tage von Madrid nach Gran Canaria gereist. Dank einem Freiwilligen, der auf der Insel wohnt, konnte ich dort umsonst wohnen. 

Die Insel hat mir super gefallen! Sie ist sehr vielseitig und ich habe viel davon gesehen.

Am ersten Tag habe ich ein Dorf in den Bergen im Süden besichtigt, was sehr schön und gut erhalten war.

Bild    unter anderem habe ich dort dieses Dromedar angetroffen! 

Am zweiten Tag bin ich nach Las Palmas in den Norden gefahren. Das Hauptverkehrsmittel auf der Insel sind die Busse, die auch wirklich gut fahren! 

Von dort bin ich erst mal in die Berge gefah

ren und habe mir das Dorf Teror angeguckt. Was auch zum besten Teil meiner Ausflüge gehört hat. Das Dorf liegt in einer Schlucht und ist umgeben von riesigen, grünen Bergen. Der Blick war wunderschön und ich hätte ewig dort bleiben können. Die Stille dort war sehr erholsam. Madrid ist ziemlich laut und ich habe zum ersten mal gemerkt, wie sehr ich diese Ruhe vermisse.

Bild Auch, wenn es sehr bedeckt war, war es warm. Das ist wohl typisch für die Höhe.

Danach habe ich mir die Hauptstadt angeschaut und musste feststellen, dass ich etwas Pech mit dem Wetter hatte, da es ziemlich schnell angefangen hat zu regnen. 

Die Altstadt von L.P. gefiel mir noch sehr gut, weil es dort viele alte und bunte Häuser gab aber am Strand ist aller zugebaut mit Hotels und es ist sehr touristisch. Das fand ich nicht sehr ansprechend.

Am Hafen habe ich dann die Aida gesehen.

Für den dritten Tag hatte ich eine Reise in den Süden geplant und war in den Dünen von Maspalomas (Tourigegend Nummer 1) und auch am Strand. Die Dünen waren größer als gedacht und auch einige nackte Menschen waren dort anzutreffen, da sie zum Bereich des FKK-Strands gehören. Da mir das vorher nicht klar war, war ich erst etwas verwirrt. 

Ein paar Fotos habe ich aber trotzdem geschossen

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Nach den Dünen bin ich noch nach Mogan gefahren, einem kleineren Ort, der mir auch richtig gut gefallen hat!

Dort gab es einen schönen Hafen und einen Steinstrand mit hellblauem Wasser. Dort saß ich auch einige Zeit und hab es einfach nur genossen..

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Den vorletzten Tag war ich dann noch in einem Dorf, ebenfalls in den Bergen, wo es auch wunderschöne Natur gab. 

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Der letze Tag war einfach ein Strandtag und viel Ausruhen!

Es war zwar ziemlich anstrengend aber ich habe eine Menge gesehen und hab einen tollen Urlaub verbracht! 

Die Insel ist sehr vielfältig und die Einheimischen sind super sympathisch! Obwohl sie ein für madrilenisches sehr schwer zu verstehendes Spanisch sprechen! Sie lassen eigentlich überall das „s“ weg und es klingt sehr undeutlich.

Nächste Woche geht es dann schon weiter mit der Arbeit.

Liebe Grüße 

 

4 Monate Madrid

Jetzt ist schon ein wenig Zeit vergangen. Die Jahreszeit hat sich geändert, es ist sehr schnell kalt geworden und es regnet immer öfter (was hier wohl den ganzen Winter über passiert).

In der Kinderstube haben wir viele Laternen gebastelt und das Sankt-Martins-Fest gefeiert, welches genau an meinem Geburtstag stattfand. Normalerweise zieht man an diesem Tag mit den Kindern und Laternen durch die Straßen und singt. Hier ist das alles etwas anders abgelaufen. Abends haben sich alle im Garten der Kinderstube versammelt und die Kinder saßen in einem Stuhlkreis. Es wurden Lieder gesungen und die Größeren haben ein kleines Theaterstück aufgeführt. Später gab es dann Glühwein und Chips. An sich war es ganz nett aber ich finde die deutsche Variante mit den Straßen doch ein wenig schöner.

Meinen Geburtstag haben Frieda, Louisa (unsere Mitfreiwillige) und ich dann noch in einer Sidreria ausklingen lassen. Am nächsten Tag sind Frieda und ich noch auf ein Konzert der Arctic Monkeys gegangen, wo auch gefühlt halb Madrid war. Das war richtig gut und quasi mein Geburtstagsgeschenk.

In der Kinderstube habe ich mich mittlerweile richtig eingelebt und viele Dinge sind zur Routine geworden.

Auch sonst kann ich sagen, dass ich mich in Madrid ein Stückchen zuhause fühle.

Ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet und ein Tandem angefangen, was meinem Alltag erlebnisreicher macht.

Bei einem Tandem tauscht man verschiedene Sprachen aus. Ich habe jetzt ein Tandem bei dem ich Deutsch gegen Spanisch tausche. Das war gar nicht so leicht zu finden, da die meisten hier Englisch lernen wollen. Das hatte ich am Anfang ausprobiert aber es gefällt mir besser, wenn man auch auf seine Muttersprache zur Verständigung zurückgreifen kann.

Mein Sprachkurs ist jetzt zu Ende und ich habe ein A2 Level erreicht. Meiner Meinung nach ist das noch etwas ausbaufähig. Deshalb habe ich mir vorgenommen mehr auswendig zu lernen, was ich bisher nicht sehr viel getan habe.

Anfang Dezember hatten wir ein verlängertes Wochenende. Ich bin relativ spontan mit einer Freundin aus meinem Sprachkurs nach Granada gefahren. Hier gibt es viele Fernreisebusse die sehr preiswerte Fahrten anbieten. Eigentlich wollten wir in einem Hostel unterkommen aber das hat auf Grund einer Doppelbuchung für das letzte Zimmer nicht funktioniert und uns wurde angeboten, dass wir auch Couchsurfing machen könnten, da einer der Mitarbeiter öfters Couchsurfer aufnimmt. Uns blieb nicht viel anderes übrig, da vieles schon ausgebucht war. Wir haben dann in der Altstadt Albaicin gewohnt und hatten einen super Blick auf die Alhambra und Granada. Der Hausbesitzer war eigentlich Engländer und arbeitet seit vier Jahren in Granada in dem Hostel und als Guide. Dadurch konnte er uns viele interessante Tipps geben und wir hatten Glück, dass wir noch Tickets für die Alhambra bekommen haben. Das hat sich wirklich gelohnt.

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unser Blick von der Dachterrasse

 

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Ich kannte Couchsurfing zwar, aber hatte es bis jetzt noch nicht gemacht. Meiner Meinung nach ist es eine tolle Sache, weil man so neue Leute kennenlernen kann und wahrscheinlich nicht nur touristische Sachen sieht sonder durch die Einheimischen auch andere Tipps bekommt.

Das Wochenende hat sich auf jeden Fall gelohnt und mir ist in Granada auch noch ein mal bewusst geworden, wie groß Madrid eigentlich ist und leider auch, dass es schon viel an Tradition verloren hat und ziemlich ähnlich ist zu anderen Großstädten wie z.B. Berlin. Aber trotzdem finde ich es hier wunderschön.

Und auch, wenn es hier jetzt kälter geworden ist, ist der Himmel viel blauer als in Deutschland. Das verleiht dem Winter eine weniger triste Stimmung.

Alles in allem geht es mir gut und ich bin gespannt, ob die Kleinen in der Kinderstube schon viel gewachsen sind und muss sagen, dass ich sie jetzt in den Ferien schon vermisst habe. Auch wenn der Start nach den Ferien ein bisschen hart wird, freue ich mich schon!

Liebe Grüße aus Madrid

Fotoclub oder Gruppe von Menschen, die sich nicht gesetzeskonform verhält

Fotoclub Madrid –  Exkursion zu einem ehemaligen Krankenhaus der Marine in einem Dorf in der Sierra von Madrid

diese Informationen bekam ich von meiner Kollegin Conny, die mich gleichzeitig einlud mit ihr zu dieser Veranstaltung zu gehen.

Die Gruppe würde sich am Stadion Santiago Bernabeau treffen und mit mehreren Autos hinfahren.

Ich sagte zu und wir trafen uns um der abgemachten Uhrzeit dort. Nur wir, keiner sonst. Typisch Spanier: niemals pünktlich!

In der nächsten Stunde trudelten immer mehr Leute ein und gesellten sich zu uns, wobei jedes Mal Küsschen links, Küsschen rechts verteilt wurden. Je größer der Kreis wurde, desto nerviger wurde das Küssen.

Wir fuhren dann endlich mit 1,5 Stunden Verspätung zu dem alten Krankenhaus.

Es was eigentlich nur noch als ein altes, heruntergekommenes Haus zu erkennen. Jedoch gab es ein Problem: es gab weder eine Tür noch eine offene Stelle, durch die man auf das Grundstück gelangen konnte.

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Also entschieden wir, über den Zaun zu klettern. 15 Menschen, darunter auch welche über 40, kletterten also am hellichten Tag über diesen Zaun.

Auf dem Gelände holten alle ihre Kameras raus und begaben sich auf Motivsuche.

Das alte Krankenhaus war von innen schon sehr besprüht und man merkte, dass hier lange kein Mensch mehr war.

Eindrücke

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Leider enden hier meine Eindrücke auch schon, da wir Besuch von der Polizei bekamen (es stellte sich später heraus, dass Nachbarn die Polizei alamiert hatten), die uns alle aus dem Haus schickte und von fast allen den Perso einsammelte. Sie meinten, dass es verboten sei, das Grundstück zu betreten und dass das Krankenhaus einsturzgefährdet sei. WIr hätten fast jeder 300€ zaheln müssen, da wir eine Straftat begangen haben. Zum Glück konnten wir sie jedoch überzeugen, dass wir nur eine Fotogruppe sind, die gute Motive gesucht hat.

Da das Wetter super war und wir nicht einmal 2 Stunden unterwegs waren, entschieden wir, noch zu einem See zu fahren.

Dort war es wirklich wunderschön! Eine super Alternative.

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Alles in allem lässt sich sagen, dass sich dieser Ausflug auf jeden Fall gelohnt hat! Es gab viele witzige Situationen und schöne Momente. Ausserdem hat er ein bisschen die spanische Lebensart wiedergespiegelt. Die Exkursion war geplant aber es wurde erst am Treffpunkt geguckt wie man dort am besten hinkommt, keiner war je zuvor da und wir sind viel zu spät losgefahren. Einfach eine viel lockerere Art als die, die man bei den Deutschen in solchen Dingen antreffen würde. Es war amüsant!

Nach dem Ausflug waren Conny und ich noch in Lavapiez bei einem Tapasfestival, wo man von Bar zu Bar schlendern und für 1€ Tapas kaufen konnte. Die Stimmung in diesem Viertel ist sehr cool. Viele junge Leute und recht alternativ. Es war viel los und es gab Straßenmusik!  Ein wirklich toller Tag 🙂

„Ihr habt doch das Geld, ihr seid doch aus Merkel-Deutschland.. “

Hola a todos!

Ich habe nicht lange überlegen müssen, worüber ich meinen nächsten Blogeintrag schreibe. Es ist einfach zu offensichtlich und ein bekanntes Thema, welches nicht nur mit Griechenland sonder auch mit Spanien verbunden wird: die Krise.

Schon bevor ich meine Reise nach Madrid angetreten habe, wurde ich oft gefragt: “ Hast du kein schlechtes Gewissen, dass du dort als Deutsche arbeitest? Dort gibt’s doch so viele Arbeitslose. Die finden das bestimmt nicht so toll!“ und ähnliche Fragen.

Ich habe dann oft geantwortet, dass meine Arbeitsstelle nur denjenigen offen steht, die Deutsch akzentfrei und fließend können, was nur auf die wenigsten Spanier zutreffen werde. Dieser Meinung bin ich immernoch.

Aber ich muss zugeben, dass ich mir die Krise viel zu wenig ausgemalt habe und dass sie, obwohl sie ständig in den Nachrichten kommt, viel präsenter und extremer im Alltag zu sehen ist, als ich dachte.

Man sieht auch in Deutschland ab und zu Obdachlose in den Innenstädten aber das ist was anderes.

Entlang der Gran Via kann man jede 200 Meter das Schild eines Bettlers oder das „Haus“ (oftmals Kartons und Decken) von Obdachlosen betrachten. Die Meisten sitzen nur auf dem Boden aber ein paar Wenige „bieten“ auch etwas für Geld. Ein Mann zB. sitzt immer an der gleichen Stelle und hat ganz viele Zettel und eine Mappe vor sich ausgebreitet und schreibt ununterbrochen. Auf einem Schild steht etwas mit Poesie.

Ich habe das Gefühl, dass es nicht nur Drogen- oder Alkoholabhängige sind, die im sozialen System keinen Halt mehr gefunden haben. Teilweise sehen sie aus wie ärmere Familienväter, die wirklich nur ihre Arbeit verloren haben.

An den touristischen Plätzen, wie dem Plaza Mayor ist es besonders auffällig, wie viele es sind. Dort sind richtige Kartonbauten zu sehen, in denen viele dauerhaft schlafen.

Andere Plätze sind zB. Metrostationen. Es gibt viele (nicht einmal schmutzige oder in Lumpen gekleidete) Menschen, die an den Ausgängen ihre Trompete oder Geige spielen.

Einen weiteren Kontakt mit dem Thema Kriese hatte ich mit einem Freund auf dem Rastro-Flohmarkt.

Ich wollte bei einem Händler etwas kaufen aber weniger zahlen, als er verlangte. Bei meinem Versuch zu handeln hat er scheinbar mitbekommen, dass wir Deutsche sind und gab mir als Antwort: “ Ihr habt doch das Geld! Ihr kommt aus Merkel-Deutschland“.

Wir haben ihm versucht zu erklären, dass nicht alle Deutschen viel Geld haben (und ich habe zur Zeit nun wirklich nicht sehr viel Geld).

Besonders dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass die Menschen hier ziemlich frustriert und auch sauer sind.

Es hat mich auf jeden Fall sehr nachdenklich gemacht und ich wollte es mit euch teilen.

Liebste Grüße

Rastro und mehr

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Hallo Ihr Lieben,

zwei Wochen sind schon um seit meinem letzten Blogeintrag. In der Zeit ist viel passiert.

In der Kinderstube ist es wirklich deutlich angenehmer geworden. Die Erzieherinnen hatten recht. Die Kinder weinen viel weniger als am Anfang und tauen richtig auf. Ich merke, dass sie langsam Vertrauen zu einem gewinnen, was wirklich schön ist!

Da die Kinder zwischen 1 und 4 Jahre alt sind, haben die meisten von ihnen noch Windeln, welche auch gewechselt werden wollen!

Ich durfte letzte Woche das erste Mal wickeln und muss sagen, dass es leichter ist als ich gedacht habe. Leider haben viele der Kinder zurzeit Durchfall, was den Spaßfaktor ziemlich senkt (falls man dabei von Spaß reden kann).

Generell nimmt man viele Krankheiten aus dem Kindergarten mit nach Hause. Ich habe zB. seit zwei Wochen Schnupfen.                Das kann jedoch auch daran liegen, dass sich hier das Wetter ziemlich schnell geändert hat. Mittlerweile ist es morgens, im Verhältnis gesehen, ziemlich kalt (15 Grad) und es wird dann aber im Laufe des Tages noch sehr warm (bis zu 30 Grad).

Letzte Woche Mittwoch habe ich relativ spontanen Besuch von einem Freund bekommen, der zuvor einen Sprachkurs in Malaga gemacht hat. Es war richtig schön Madrid mit jemandem zu teilen, mit dem man richtig befreundet ist, der ähnliche Interessen hat und den man einfach schon länger kennt.

Wir sind viel durch die Stadt gelaufen und sind auch absichtlich mal in Nebenstraßen gegangen. Dort haben wir dann dieses schöne Gebäude mit Dachterasse gefunden :

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Dort oben war es sehr gemütlich und garnicht touristisch! Wir haben auch direkt zwei ältere Spanierinnen kennengelernt, die unsere Spanischkenntnisse ziemlich auf die Probe gestellt haben, weil sie selbst kein Englisch bzw. nur sehr schlechtes Englisch gesprochen haben. Aber auch sie waren sehr offen und freundlich, wie die meisten Spanier, die wir hier getroffen haben.

Am Sonntag waren wir dann auf dem Rastro Flohmarkt, der wirklich riesen groß ist und sich durch viele Strassen zieht!Dort ist immer sehr viel los. Viele Touristen sind dort anzutreffen aber auch einige Einheimische.

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Bei einem Stand haben wir eine Dose mit Fotos aus den 60ern gefunden. Einige von ihnen hatten noch Stempel von Madrider Fotostudios auf der Rückseite. Eins fand ich so schön, dass ich den Verkäufer nach dem Preis gefragt habe. Er wollte für ein Foto mit zwei fremden Frauen 4 € haben. Dabei hat man gemerkt, dass er nicht einmal wusste, dass die Fotos existieren, da er noch kurz vor seiner Antwort mit einem Kollegen über den Preis gesprochen hat.4 € war mir definitiv zu viel und ich habe versucht zu handeln aber darauf hat er sich leider nicht eingelassen.
Ich dachte immer, dass die Verkäufer die meisten Sachen schnellst möglich loswerden wollen auch für wenige Euro.

Ein ähnliches Erlebnis hatten wir später dann noch mit einem alten Fahrrad.

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Für dieses wollte der Besitzer 500 € ! haben, weil es angeblich aus Italien kommt. Wir waren wirklich verblüfft, welche Preise auf dem Flohmarkt scheinbar üblich sind. Ich frage mich auch ernsthaft, wer solche Dinge für das Geld kauft. Wahrscheinlich kaufen viele Touristen hier Andenken für die sie auch etwas tiefer in die Tasche greifen, was vielleicht dazu führt, dass die Händler generell höhere Preise angeben.

Das schönste Erlebnis auf dem Flohmarkt war dann aber doch umsonst!

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Dieser junge Mann an der Schreibmaschine, hat, wenn man ihm eine kleine Geschichte oder ein Erlebniss erzählt, daraus einen poetischen kleinen Text geschrieben. Entweder auf Spanisch oder auf Englisch. Wir erzählten ihm von unserem Trip nach Paris kurz nachdem wir 18 geworden sind. Damals sind wir mit meinem Auto alleine dorthin gefahren und wir haben ihm dann beschrieben, wie aufregend das war und wie bescheuert die Franzosen fahren.

Das kam dabei raus:

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(ich kann es noch nicht ganz übersetzen, dafür fehlen mir noch ein bisschen die Spanischkenntnisse)
Alles in allem war es ein gelungener Besuch und eine wirklich tolle Woche.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!
besos

Erste Eindrücke, Erlebnisse

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Hier kommt mein erster Blogeintrag! Es hat leider etwas gedauert, weil ich noch sehr viel um die Ohren hatte.

Es war oft ein Gesprächsthema und es wurde viel geplant für die 10 Monate Madrid und jetzt sind sie da! Ich bin da. Es wirkt jetzt, nach etwa zwei Wochen, immernoch sehr irreal und es wird wahrscheinlich noch etwas dauern bis ich realisiere, dass ich nicht im Urlaub bin.

Meine ersten Eindrücke von Madrid lassen sich in wenige Worte fassen: riesig, laut und schnell!

Schon der Flughafen war gefühlt größer als Wettesingen!

Dafür gab es aber super liebe Menschen, die mir den Weg gewiesen haben, wordurch ich mein neues Zuhause ganz leicht gefunden habe.

Die Wohnung befindet sich im 5. Stock eines Mehrfamilienhauses, in dem mindestens 50 Parteien wohnen. Unser Briefkasten ist einer unter sehr vielen im Flur und man trifft täglich neue, unbekannte Gesichter!

Das Haus ist vermutlich seit den 80ern nicht mehr renoviert worden, weshalb der Fahrstuhl, der prinzipiell super für Bewohner im 5. Stock ist, ein mulmiges Gefühl im Bauch auslöst. Man entscheidet sich doch des Öfteren für die Treppe.

Die Wohnung selbst ist in einem ähnlichen Zustand wie das Haus aber man soll ja nicht meckern. Meine Mitbewohnerin Frieda (auch meine Mitfreiwillige) und ich haben in den ersten Tagen schnell die Lage zu schätzen gelernt. Wir wohnen 5 Minuten von der Gran Via entfernt und können eigentlich alles, was im Zentrum liegt, leicht zu Fuß erreichen.

Das Hauptverkehsmittel in Madrid ist aber die Metro!  Mit dieser fahre ich jeden Tag mindestens eine Stunde, da sich die Kinderstube in der Nähe des Stadions Santiago Bernabéu befindet.

Die hierfür notwendige Metrokarte zu beantragen war ein Akt für sich aber ich bin seit gestern stolzer Besitzer eines solchen Teils!

In der Metro habe ich das Gefühl, dass sich alle dort vergleichen, hauptsächlich auf Kleidung bezogen. Diese hat scheinbar einen grossen Stellenwert in der spanischen Gesellschaft.

Ich steige morgens meistens mit Kapuzenpulli, Jeans und einfachen Turnschuhen in die Metro und sehe kaum jemanden, der gekleidet ist wie ich. Selbst die Mädchen in meinem Alter sind ziemlich rausgeputzt.

Dieses Phänomen wird auch besonders bei den Kinder in der Kinderstube deutlich. Schon in den ersten Tagen dort fiel mir auf, dass eigentlich alle von ihnen sehr teure und oftmals die gleiche Markenkleidung anhaben.

Ich finde es etwas übertrieben, dass die Kinder mit solcher Kleidung in den Kindergarten gehen. Nach dem Tag sind sie meist voller Dreck und Essensresten. Ausserdem wachsen sie ja auch ständig. Meiner Meinung nach ist das rausgeschmissenes Geld. Ein Tshirt von H&M oder ähnlichen Läden tut es da eigentlich auch.

Aber auch die Eltern, die sie bringen oder abholen, kommen immer sehr zurechtgemacht. Teilweise kommen sie sogar im Anzug oder mit High Heels.

Ich denke, dass das zum einen die spanische Art ist, viel Wert auf das Erscheinungsbild zu legen aber zum anderen auch, dass es sich bei den Familien in der Kinderstube um deutlich besser verdienende Familien handelt.

Der Kindergarten an sich gefällt mir ganz gut! Er liegt in einem schöneren Viertel und ist auch in einem relativ alten Gebäude untergebracht.

Die Erzieher sind alle noch verhältnismäßig jung und auch sehr offen. Ausser Frieda habe ich noch eine weitere Mitfreiwillige. Wir drei wurden dann am Anfang direkt in Gruppen aufgeteilt und seitdem bin ich in der Schneckengruppe bei einer wirklich netten und kompetenten Erzieherin namens „Corny“ (eigentlich Cornelia). Sie hat mich direkt eingebunden und mich auch immer wieder gefragt, ob alles gut ist und ich irgendwelche Fragen habe.

Das finde ich sehr positiv!

Aber ich muss sagen, dass bis 16.30 oder 17.00 Uhr mit kleinen Kindern zu arbeiten sehr anstrengend ist und man eigentlich nicht mehr viel vom Tag hat. Das stört mich ein wenig aber alle dort sagen, dass es bald besser wird, wenn sich die Kinder an den Kindergartenalltag gewöhnt haben. Momentan schreien sie noch viel und wollen zurück zu Mama.

Um meinen ersten noch sehr unsortierten Eintrag zu beenden, noch kurz ein paar Worte zu Madrid und dem was ich schon gesehen habe:

Madrid hat wirklich viel zu bieten und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es schaffe alles zu sehen, was ich gerne möchte!

Ich war bis jetzt schon in vielen Parks in der Nähe, wo abends (auch unter der Woche) wirklich viel los ist und bin auch mit einer Seilbahn gefahren, die in einem Park hier um die Ecke startet und dann bis ausserhalb von Madrid fährt. Von dort hat man einen wirklich guten Blick auf das riesige Madrid!

Zudem war ich abends noch auf einer Dachterasse, von wo man auch einen wirklich schönen Blick hat.

Und ich war zwei Mal abends unterwegs. Das eine Mal in Bars und das andere Mal in einem Club und ich muss sagen, dass das Nachtleben hier auf keinen Fall mit dem deutschen verglichen werden kann. Hier ist alles viel lebendiger und offener. Die Leute an sich aber auch die Stimmung ist eine ganz andere. Wir würden uns total unwohl fühlen, wenn wir in einer Bar wären, die so voll ist dass man seine eigenen Füße kaum sehen kann. Die Spanier finden das toll und haben damit garkein Problem! Zudem sind sie sehr kontaktfreudig, was mich echt verblüfft hat.

Die Spanier gehen meistens nach dem Feiern noch in bestimmte Schokoladencafés. Das Berühmteste ist die Chocolateria San Ginés.

Normalerweise endet das Nachtleben in Madrid zwischen 5-7 Uhr aber ich war um 12 dort, wo es noch sehr leer war.

Dort kann man für 3,80 € eine Portion Schokolade und Churros (frittiertes Teiggebäck) essen, welche zwar eine wirkliche Kalorienbombe sind aber unglaublich lecker schmecken und ein gutes Katerfrühstück nach einer durchtanzten Nacht sein können.

Ausserdem haben Frieda und ich an der Puerta del Sol unseren Beitrag zu einer Demo geleistet, bei der es vermutlich um Frieden auf der Welt ging (wir haben den Mann nicht ganz verstanden), indem wir auf einem Plakat „Frieden“ und „Liebe“ hinzugefügt haben.

Das war ein sehr lustiger Abend, weil wir ohne irgendein Ziel durch Madrids Innenstadt gelaufen sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich noch nicht sehr viel gesehen aber schon einen kleinen Überlick bekommen habe, was ich noch alles sehen und erleben möchte.

Ich halte euch auf dem Laufenden

!Hasta pronto!

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